Fehlerhafte Anlageberatung am Beispiel von Schifffonds, Verjährungsbeginn

Themenbereich: Rechtsgebiete allgemein
 
In den verschiedenen Beratungszyklen von Banken sind in den vergangenen 20 Jahren immer wieder erkennbar neue Finanzprodukte konzentriert dem Anleger „verkauft“ worden, die nach jeweiligem Zeitgeist der „Banken-Mode“ unterlagen. Während in den 90er Jahren oftmals geschlossene Immobilienfonds, Film- und Medienfonds „an den Mann“ gebracht wurden, waren es später offene Immobilienfonds und aufgrund der expansiven Zunahme des Welthandels und der damit einhergehenden Lösungsproblematik der Verschiffung von Ware und Gütern seit Mitte des letzten Jahrzehnts Schifffonds.
 
Einige dieser Schifffonds sind offenkundig in Schieflage geraten, nicht wenige mussten sogar Insolvenz anmelden. 

Auch bei diesem Finanzprodukt galt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die Verpflichtung des Beraters zu anlage- und anlegergerechter Aufklärung. Insbesondere galt Aufklärungspflicht im Hinblick auf die Möglichkeit des Totalverlustrisikos. Demgegenüber wurden jedoch in der Praxis solche Schifffonds größtenteils als sicher dargestellt und eine vollständige Rückzahlung des Invests nebst Verzinsung innerhalb von 10 Jahren versprochen. Nicht selten wurde dem Anleger suggeriert, dass der Auszahlungsplan im Fondsprospekt verbindlich sei, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei lediglich um eine optimale Prognose handelt. 

Enttäuschte Anleger sollen deshalb bis zum 31.12.2015 handeln und Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung prüfen: Ansprüche auf Schadensersatz nach einer falschen Anlageberatung verjähren innerhalb von 3 Jahren nach Ablauf des Jahres, in dem der Anleger Kenntnis von den einzelnen Beratungsfehlern erlangt hat. 
Beispiel: Fand eine Beratung im Frühjahr 2006 statt und erkannte bzw. musste der Anleger eine solche Falschberatung dann im Sommer 2012 aufgrund von Informationen der Fondsgesellschaft oder der Medien und Presse erkennen, tritt eine kenntnisabhängige Verjährung also am 31.12.2015 ein. 

Diese Frist mag bei der Beratung Ihrer Kunden, sofern notleidende Schiffsbeteiligungen vorhanden sind, bedacht werden.

 
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