Ehe und Partnerschaft

Die Begründung einer Lebensgemeinschaft, ehelich oder nichtehelich, zählt vermutlich zu den wichtigsten Entscheidungen in Ihrem Leben. Die Partner sind bereit, die Zukunft miteinander gemeinsam zu gestalten.

Aber funktioniert das auch unter allen Umständen? Fast jede dritte Ehe scheitert. Immer mehr Eheleute schließen daher vor oder auch während der Ehe einen Ehevertrag, um im Falle einer Scheidung bösen Überraschungen vorzubeugen.

Aber auch bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft kann ein Partnerschaftsvertrag das Zusammenleben wie auch eine Trennung regeln. Das Zusammenleben wirft zahlreiche Fragen auf, wie zum Beispiel

  • Was geschieht mit dem alleinigen, was mit dem beiderseitigen Vermögen?
  • Hafte ich für die Schulden meines Partners? 
  • Bin ich im Alter abgesichert? 
  • Was geschieht im Falle der Trennung?

Die Antworten auf diese Fragen fallen höchst unterschiedlich aus, abhängig davon, ob die Partner in ehelicher oder in nichtehelicher Gemeinschaft zusammenleben. Das Gesetz bietet jedoch die Möglichkeit, für den Einzelfall passende Regelungen zu treffen.

Die Zuordnung des Vermögens während der Ehe und für den Fall der Scheidung regelt der Güterstand. Der gesetzliche Güterstand ist bei uns der Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Weitere Güterstände sind die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft. Die Auswirkungen dieser Güterstände können Ihnen unsere Notare individuell erläutern.

Der Wechsel des Güterstandes erfolgt durch den Ehevertrag; auch eine Modifizierung ist möglich. All dieses bedarf einer gründlichen Berlehrung durch den Notar, damit die Partner einen auf Ihre Erfordernisse speziell abgestimmten Ehevertrag schließen können.

Ein Ehevertrag regelt aber nicht nur den Güterstand. Er kann darüber hinaus auch Bestimmungen für den Fall des Scheiterns der Ehe treffen und zwar insbesondere in Bezug auf Unterhaltsansprüche. 

Die während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften werden bei Scheidung der Ehe kraft Gesetzes ausgeglichen (Versorgungsausgleich). Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Ehepartner wegen Betreuung gemeinschaftlicher Kinder keine Möglichkeit hatte, selbst Rentenanwartschaften zu erwerben. Allerdings ist es nach dem Gesetz unerheblich, ob der Ausgleichsberechtigte selbst durch eigenes Vermögen oder anderweitige Altersvorsorge abgesichert ist. Dies kann zu Ungerechtigkeiten beim gesetzlichen Versorgungsausgleich führen.

Auch wenn die Ehe bereits gefährdet ist und die Eheleute eine Trennung für möglich oder sehr wahrscheinlich halten, ist der Abschluss eines Ehevertrages zur Regelung der Scheidungsfolgen möglich. Der Notar kann – häufig im Zusammenspiel mit den eingeschalteten Rechtsanwälten – die Möglichkeiten einer einverständlichen Scheidung aufzeigen. Neben den Regelungen über den Zugewinnausgleich, den Unterhalt und den Versorgungsausgleich hinaus können z.B. Regelungen zum Sorgerecht und Kindesunterhalt getroffen werden. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung erleichtert das gerichtliche Ehescheidungsverfahren, das damit schneller und kostengünstiger wird.

Auch Paare, die ohne Trauschein zusammen leben, sollten frühzeitig Vereinbarungen über die rechtlichen Fragen ihres Zusammenlebens und die - insbesondere wirtschaftlichen - Folgen einer eventuellen Trennung treffen. Da der nichteheliche Partner kein gesetzliches Erbrecht hat, sollten die Partner außerdem durch Erbvertrag oder Einzeltestamente die Erbfolge entsprechend ihren Wünschen regeln.

Unsere Notare erläutern Ihnen gerne die Einzelheiten und schaffen für Sie maßgeschneiderte Lösungen.