Mitverschulden bei Fahrt ohne Schutzkleidung

In einer nun veröffentlichten Entscheidung hat das OLG Brandenburg im Urteil vom 23.07.2009 entschieden, dass einem Motorradfahrer, der lediglich eine Stoffhose trug, ein Mitverschulden anzurechnen ist, wenn er aufgrund des Unfalls eine Beinverletzung erleidet.

Die Entscheidung ist im Hinblick darauf, dass das Tragen von Schutzkleidung bei Motorradfahrern gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, äußerst richtungsweisend.

Das Mitverschulden wurde daraus entnommen, dass hier ein Sorgfaltspflichtverstoß angenommen wurde, da ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens grundsätzlich Schutzkleidung trägt. Dies wäre auch für jeden erkennbar, sodass die meisten Motorradfahrer selbst es als persönliche Verpflichtung empfinden würden mit Schutzkleidung zu fahren.

Wenn der Motorradfahrer auf das Tragen von Schutzkleidung ausgerechnet an den Beinen, also dort, wo die Verletzungsgefahr am größten ist, verzichtet, so ist ihm ein entsprechendes Mitverschulden anzurechnen. Da es in dem vorliegenden Fall um die Bemessung des Schmerzensgeldes ging, wurde eine Mitverschuldensquote in dieser Entscheidung nicht benannt.