Neue HOAI seit dem 18.08.2009 in Kraft

Die geänderte Fassung der Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) ist mit Wirkung zum 18.08.2009 in Kraft getreten. Gleichzeitig ist die alte Fassung der HOAI außer Kraft getreten. Nach § 55 gilt die HOAI 2009 nicht für Leistungen, die vor ihrem Inkrafttreten vertraglich vereinbart wurden. Insoweit bleiben in diesen Fällen die bisherigen Vorschriften anwendbar.

Inhaltlich ist die HOAI 2009 nun in fünf Teile gegliedert. Herzstück der neuen Struktur der HOAI 2009 ist § 3 Abs. 1, nach der es staatliche Preisvorgaben in Form von Mindest- und Höchstsätzen nur noch für Planungsleistungen geben soll, während die Vergütung für Beratungsleistungen frei vereinbart werden kann. Zu den Beratungsleistungen gehören insbesondere Umweltverträglichkeitsstudie, thermische Bauphysik, Schallschutz und Raumakustik, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau und vermessungstechnische Leistungen.

Eine weitere wesentliche Neuerung enthält § 6, in der die Abkopplung der Honorare von der tatsächlichen Bausumme durch die Einführung des Baukostenberechnungsmodells vorgegeben wird. Ebenso findet sich nunmehr eine Bonus-Malus-Regelung im Gegensatz zur alten HOAI.

Die bisherige Regelung zu den Zeithonoraren wird ersatzlos gestrichen, um damit mehr Flexibilität für die Planer zu ermöglichen. Bisher durften Zeithonorare nur für Leistungen vereinbart werden, deren Berechnung nach den Leistungsbildern nicht oder nicht exakt möglich war. Auch die neue Regelung wird allerdings die Vorgabe beibehalten, dass Mindestsätze nicht durch die Vereinbarung von Zeithonoraren unterlaufen werden dürfen.

Insbesondere bei der Objektplanung finden sich viele Neuregelungen für die Grundlagen des Honorars, die Leistungen im Bestand und die Instandhaltungen und Instandsetzungen.

Insgesamt stärkt die HOAI 2009 die Vertragsfreiheit. Sie erfordert aber zukünftig eine deutlich sorgfältigere Gestaltung der bisherigen Verträge.


  • Rechtsanwältin Martina Beese