Gesetzliche Unfallversicherung

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat in dem nun veröffentlichten Urteil vom 24.11.2011 noch einmal umfassend die Grundsätze des Arbeitsweges in der gesetzlichen Unfallversicherung dargelegt.

Das Gericht hatte über einen Fall zu entscheiden, bei dem der Verunfallte sich nicht auf dem direkten Weg zu seinem Arbeitsplatz befand, sondern zuvor noch einen Familienangehörigen an dessen Arbeitsplatz gebracht hatte.

Das Gericht wies im Wesentlichen darauf hin, dass für die Annahme eines Wegeunfalles es nicht auf den kürzesten Weg zum Arbeitsplatz ankommen, sondern dass im Grundsatz es um die Zielrichtung des Weges gehe. Versichert sei dabei der Weg vom und zum Ort des Lebensmittelpunktes.

Der Weg zum Arbeitsplatz sei nur dann versichert, wenn er nach der Handlungstendenz des Verunfallten der Aufnahme seiner versicherten Tätigkeit diene und dies auch durch objektive Umstände bestätigt werde. Unterbricht demgegenüber der Verunfallte den Weg aus privaten Gründen, so sei dieser Bereich nicht mehr versichert.

Bereits aus räumlicher wie auch aus zeitlicher Hinsicht sind daher unterschiedlichste Konstellationen denkbar, die entweder maßgeblichen oder keinen Einfluss auf die Beschreibung des Arbeitsweges haben können mit der Rechtsfolge, dass sie entweder versichert oder unversichert sind.

Da die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung für den Verunfallten von wesentlicher Bedeutung sind, sollte sich der Verunfallte frühzeitig über die rechtliche Einordnung seines Unfalles informieren.

Fragen zu dieser Problematik beantworten wir Ihnen gerne.