Erstattung der Gutachterkosten

Nach der bisherigen Rechtsprechung wurden die Kosten eines Sachverständigengutachtens im Quotenfall nur in der Höhe des dem Geschädigten zustehenden Quotenanteils reguliert. Ein zunehmender Teil der Rechtsprechung stellt diese Vorgehensweise in Frage.

Grundsätzlich gilt, dass die Kosten eines Sachverständigengutachtens zu den erstattungsfähigen Kosten im Unfallanspruch gehören. Die Frage, wie sich eine quotale Haftung auf den Erstattungsanspruch auswirkt, ist dabei umstritten.

Zuletzt hat das OLG Rostock sich der Auffassung angeschlossen, dass die Sachverständigenkosten auch im Falle eines Mitverschuldens in voller Höhe zu erstatten sind.

Begründet wurde diese Auffassung mit dem Argument, dass der Sachverständige zur Feststellung des Gesamtschadens allein beauftragt werden könne und nicht nach der Quote. Wenn dem Geschädigten nun allerdings die dabei entstehenden Aufwendungen nicht insgesamt ersetzt werden, würde dieser insofern benachteiligt, weil die Kosten nicht entsprechend der haftungsrechtlichen Quote von vornherein begrenzt werden können.

Dieser Auffassung widerspricht in einer zeitgleichen Entscheidung das OLG Düsseldorf mit dem Verweis auf die gesetzliche Wertung der Quote gemäß § 17 StVG.

Da diese, für den Geschädigten relevante Frage, aktuell in der Rechtsprechung kontrovers mit verschiedenen Argumenten diskutiert wird, ist kurzfristig eine höchstrichterliche Klärung zu erwarten.

Fragen zur quotalen oder vollständigen Erstattung der einzelnen Schadenpositionen beantworten wir Ihnen gerne.