Architektenabrechnung auf Stundenbasis

Der Bundesgerichtshof hat in einem nun veröffentlichten Beschluss vom 08.03.2012 noch einmal die Grundsätze dargelegt, die dafür gelten, sofern erbrachte Leistungen des Architekten auf Stundenlohnbasis abgerechnet werden.

Dem zu entscheidenden Fall lag eine Abrechnung auf Stundenbasis vor, die mangels entsprechender Schlussrechnung und Darlegung der jeweiligen Tätigkeiten vom Bauherren nicht anerkannt wurde und dieser sodann klageweise einen bereits gezahlten Abschlagsbetrag zurück forderte. Das OLG Celle gab in seiner Vorinstanz der Klage im Wesentlichen statt.

Im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde des Architekten wies der BGH diese zurück, änderte allerdings die Begründung des OLG´s in einem entscheidenden Punkt ab.

Der BGH wies darauf hin, dass der Architekt im Rahmen einer Stundenlohnvereinbarung darlegen muss, welche Leistungen, welcher Art und mit welchen Inhalt nach Zeitaufwand abgerechnet wurden. Inhaltlich muss diese Darlegung geeignet sein, den Bauherren eine Beurteilung zu ermöglichen, ob insbesondere die Stundenanzahl angemessen ist.

Demgegenüber muss der Architekt nicht darlegen und beweisen, dass der von ihm abgerechnete Zeitaufwand angemessen und wirtschaftlich war. Diese Aufgabe obliegt dann dem Bauherren mit der ihm entsprechend bestehenden Darlegungs- und Beweislast.

Im vorliegenden Fall wie auch oftmals in der Praxis, gelang es dem Architekten allerdings nicht, ausreichend vorzutragen, welche Leistungen er innerhalb welcher Zeit erbracht hatte. Mangels eines Vorliegens eines substantiierten Vortrages musste sich das Gericht in dieser Angelegenheit nicht mehr zu der Frage äußern, ob der Zeitaufwand auch angemessen sei.

In diesem Zusammenhang gilt auch das weitere aktuelle Urteil des BGH zur Vergütung von besonderen Leistungen, dass zwar noch nach der HOAI 1996 entschieden wurde, aber mit Blick auf die HOAI 2009 von Bedeutung ist.

Auch hier gilt insoweit, dass die Dokumentation der Tätigkeit und auch der Abweichungen außerhalb der aufwandsunabhängigen Honorierung dokumentiert und ggf. durch schriftliche Vereinbarung gesichert werden muss, da der Architekt ansonsten Gefahr läuft, dass ihm zustehenden zusätzliche Honorar nicht zu erhalten.

Vor dem Hintergrund, dass es in der Praxis regelmäßig so ist, dass die Aufgaben der Architekten über die ursprünglich geplanten Leistungen hinaus gehen, sind die Anforderungen, die von den Architekten einzuhalten sind, von wesentlicher Bedeutung, um ihre Honoraransprüche erfolgreich durchzusetzen.

Bei Fragen zur Leistungsabrechnung nach der HOAI stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.