Abrechnung des Fahrzeugschadens

Auch in einer weiteren Entscheidung vom 23.11.2010 beschäftigt sich der Bundesgerichtshof noch einmal mit den Möglichkeiten und der Abgrenzung zwischen der konkreten und fiktiven Abrechnung des Fahrzeugschadens.

Dem Urteil lag dabei ein Fahrzeugschaden zugrunde welcher sich zwar unterhalb des Wiederbeschaffungswertes aber oberhalb des Wiederbeschaffungsaufwandes bewegte. Der Kläger reparierte das Fahrzeug in Eigenregie und veräußerte es im Anschluss daran. Die beklagte Krafthaftpflichtversicherung rechnete daraufhin auf Basis des Totalschadens ab. Zwar sprach das Oberlandesgericht dem Kläger die Reparaturkosten zu, dieser Auffassung folgte der Bundesgerichtshof jedoch nicht.

Nach der Entscheidung kann der Geschädigte die fiktiv vom Sachverständigen über dem Wiederbeschaffungsaufwand liegenden Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes nur dann abrechnen, wenn er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiternutzt und es zumindest verkehrssicher (teil-) repariert. Dies entsprach auch bereits der weitergehenden BGH Rechtsprechung.

Das Gericht ging davon aus, dass die gesetzten Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt waren, da der Kläger das Fahrzeug bereits vorher veräußert hatte.

Zwar könne in diesem Fall der Geschädigte bereits vor Ablauf der sechs Monate die entsprechenden Reparaturkosten abrechnen, dies allerdings nicht fiktiv, sondern nur die bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes konkret angefallenen Reparaturkosten.

Da der Kläger demgegenüber die fiktiven Reparaturkosten laut Gutachten begehrte wurden ihm diese nicht zugesprochen sondern basierend auf dem Totalschaden die Abrechnung erteilt.

Am Rande bestätigte der Bundesgerichtshof abermals seine ständige Rechtsprechung, wonach für die Ermittlung des Restwertes allein der regionale Markt maßgeblich sei.

Auch diese Entscheidung zeigt erneut, dass es für die Beurteilung der berechtigten Schadensersatzansprüche notwendig ist, zu klären, in welchem Abrechnungsbereich sich der ermittelte Schaden befindet. Für die vergleichsweise Gegenüberstellung gelten dabei die jeweils ermittelten Bruttowerte.

Gerne helfen wir Ihnen im Rahmen der Unfallregulierung den für Sie sachgerechten Abrechnungsweg zu finden. Sprechen Sie uns gerne an.

 

  • Rechtsanwältin Martina Beese